Die Entwicklung des Rollstuhl-Curlings

 

Aufstieg in rasantem Tempo

2006 wurde bei den Winter Paralympics in Turin (Italien) erstmals auch Rollstuhl-Curling gespielt. Das war, angesichts der Entwicklung dieser Sportart für Menschen mit Körperbehinderung, ein kleines Wunder. Begonnen hat die Erfolgsgeschichte mit einem internationalen Turnier in Montana. Diesem folgten 2001 der Weltcup in Sursee und ein Jahr danach, an gleicher Stätte, die erste offizielle Weltmeisterschaft.

 

Der grösste Schritt auf dem Weg nach Turin gelang beim Kongress des Internationalen Paralympischen Komitees 2003 in Salt Lake City (US). Dort setzten Vertreter der World Curling Federation (WCF), des Swiss Paralympic Committee (SPC) und weitere Fürsprecher den entscheidenden Stein zur definitiven Aufnahme von Rollstuhl-Curling ins Programm der Winter-Paralympics 2006. Ausschlaggebend dafür waren positive Erfahrungen, das Zukunftspotenzial und ein durchgehend hohes Niveau in den Bereichen Organisation, Infrastruktur und Wettkampf.

 

Im Interesse aller

Der seinerzeit ausgelöste Vorstoss in höhere Sphären beruhte auf gemeinsamen Interessen mehrerer Organisationen. SWISSCURLING Association und die WCF sahen in der Öffnung gegenüber Körperbehinderten neue Chancen für die Popularisierung des Spiels mit Stein und Besen. Rollstuhlsportlern der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung und ihrer Abteilung Rollstuhlsport Schweiz sowie des SPC wiederum kam dieses Vorhaben anderweitig gelegen. Denn schon seit Längerem hatten vor allem Tetraplegiker, und unter diesen besonders die Frauen, auf eine zusätzliche Möglichkeit gewartet, sich erstens in einem Mannschaftssport und zweitens im Winter häufiger betätigen zu können. Das Mischverhältnis ist mittlerweile sogar reglementiert. Die Bestimmungen verlangen, dass in jedes Team mindestens eine Frau und mindestens ein Tetraplegiker oder eine Tetraplegikerin gehören. Eine andere wesentliche Änderung betrifft das Wischen. Es entfällt.

WM 2008 in Sursee

WM 2016 in Luzern